Kommunal vernetzt für ein Sauberes Saarland

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung ging es zunächst darum, herauszufinden, was die saarländischen Gemeinden zur Stärkung der Abfallvermeidung und beim Kampf gegen die Vermüllung öffentlicher Flächen zusätzlich tun können. (Foto: Daniel Bittner)

Kommunal vernetzt für ein Sauberes Saarland – Auftaktveranstaltung des Umweltministeriums zur Müllvermeidung mit Kommunen und Verbänden.



Im Rahmen seiner Strategie „Sauberes Saarland“ hat jetzt das Umweltministerium zusammen mit über 100 Teilnehmern aus den saarländischen Kommunen über Abfallvermeidung, illegale Müllbeseitigung und „Littering“ diskutiert.

Wilder Abfall:

Jährlich müssen im Saarland zwischen elf und zwölf Millionen Euro für die Beseitigung von illegal entsorgtem Müll ausgegeben werden. Das fängt bei achtlos weggeworfenen Coffee to go- Bechern und Zigarettenstummeln in Fußgängerzonen und entlang von Straßen und Bächen an. Und es reicht bis hin zu vorsätzlich illegal entsorgten Heizöltanks und Altreifen im Wald. Die Müllproblematik betrifft also sowohl das Land als auch die Kommunen. Am Ende muss der Steuerzahler für die Entsorgung des illegalen Mülls aufkommen.

Die Onlineveranstaltung mit den saarländischen Kommunen ist der Auftakt für einen regelmäßigen Austausch mit dem Ziel, den wilden Abfall im Saarland zu reduzieren sowie den zunehmenden illegalen Müllablagerungen entgegenzuwirken und die Abfallvermeidung zu stärken.

Umweltminister Reinhold Jost (Foto: Harald Krichel)
Wir möchten ein saarländisches Netzwerk aufbauen und alle wichtigen Akteure zusammenbringen und damit eine schnellere Kommunikation und engere Zusammenarbeit ermöglichen. Neben den Entsorgungsbetrieben und Privatinitiativen sind die Kommunen dabei unsere wichtigsten Partner.Umweltminister Reinhold Jost
Vermüllung öffentlicher Flächen:

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung ging es zunächst darum, herauszufinden, was die saarländischen Gemeinden zur Stärkung der Abfallvermeidung und beim Kampf gegen die Vermüllung öffentlicher Flächen zusätzlich tun können. Als Richtlinie hat das Heidelberger Institut für Energie und Umweltforschung (Ifeu) dazu sein Gutachten zur Stärkung der Abfallvermeidung im Saarland vorgestellt. Zusätzlich haben die Entsorgungspartner, wie zum Beispiel der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) und der Entsorgungsverband Saar (EVS), sowie der Saarforst Landesbetrieb (SFL) ihre Maßnahmen und Kampagnen als Best-Practice-Beispiele präsentiert. Auch engagierte private Initiativen, wie „Rettet die Tonne“ in der Gemeine Überherrn und „Cleanup Saarland“, haben sich vorgestellt.

Wir möchten die Gemeinden dazu anregen, sich über die jeweiligen Möglichkeiten zu informieren und entsprechend der umweltpolitischen Ziele eigene Abfallvermeidungskonzepte auszuarbeiten. Diesen Weg werden wir zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern auch fachlich und finanziell begleiten.
Die große Resonanz bei der Auftaktveranstaltung hat uns gezeigt, dass die Themen Abfallvermeidung, sachgerechte Abfallentsorgung und Recycling den Gemeinden unter den Nägeln brennen. Mit den vielen tollen Best-Practice-Beispielen bewegen wir uns bereits in die richtige Richtung, müssen die Problematik aber vor allem gemeinsam angehen.Umweltminister Reinhold Jost

Mögliche Maßnahmen können zum Beispiel höhere Bußgelder für illegale Müllentsorgung in den Gemeindesatzungen, Informationsveranstaltungen oder interkommunale Kampagnen sein. Das Ministerium kann sich eine Unterstützung bei der Erarbeitung von kommunalen Strategien, aber auch etwa beim Thema „Mehrweg statt Einweg“ und eine Förderung von Einzelinitiativen (z.B. Maßnahmen zur Säuberung der Gewässer  im Zusammenhang der Wasserrahmenrichtlinie) innerhalb der Kommunen vorstellen.

Ein sauberes Saarland:

Das Format „Kommunal vernetzt für ein sauberes Saarland“ soll zu einem voraussichtlich jährlichen Austausch und weiterer themenbezogener Arbeit ausgebaut werden. Im Nachgang soll eine landesweite Plattform eingerichtet werden, auf der die Vorträge und Präsentationen zur Verfügung gestellt werden, aber auch Kommunen ihre eigenen Konzepte und Ideen einreichen und austauschen können.

 Hintergrund:

Die Veranstaltung „Kommunal vernetzt für ein sauberes Saarland“ ist Teil der Strategie des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, die Themen Abfallvermeidung und wilde Müllablagerungen zu einer Gesamtstrategie Sauberes Saarland mit allen Akteuren zu verknüpfen.

Im Rahmen der Strategie wurden in der Vergangenheit Aktionen und Veranstaltungen initiiert. Dazu gehören beispielsweise die Kampagne „Becherheld – Mehrweg to go“ zur Reduzierung der Anzahl an Einwegbechern durch die Förderung von Mehrwegbechern (10 Cent Rabatt), der Runde Tisch Lebensmittelverluste zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen und die Infokampagne „Müll im Wald“ des Saarforsts, die die Bürgerinnen und Bürger darüber aufgeklärt, welche Folgen wilde Müllablagerungen für die saarländischen Wälder haben.

Zusätzlich wurde im Jahr 2019 ein Gutachten zur Stärkung der Abfallvermeidung im Saarland als Beitrag zum Abfallvermeidungsprogramm des Bundes und der Länder in Auftrag gegeben. Ziel des Gutachtens war es, eine Bestandsaufnahme der Abfallvermeidungsbemühungen vor allem im Saarland durchzuführen, Handlungsfelder zu identifizieren und anschließend Handlungsempfehlungen an die Landesregierung zu formulieren.

Das Gutachten diente als Grundlage zur Erarbeitung der Strategie „Sauberes Saarland“, die drei Handlungsvorschläge macht:

  • Eine nachhaltige Gestaltung der öffentlichen Auftragsvergabe im Saarland
  • Die Prämierung von Abfallvermeidungsaktionen im Saarland
  • Der Aufbau eines kommunalen Netzwerks Sauberes Saarland




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